Wissen · KI-Sichtbarkeit

KI-Suche: Was sie für dein Unternehmen bedeutet – und wie du sichtbar wirst

Von Dominik Kienzle · Juni 2026 · 14 Min. Lesedauer

Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist KI-Suche?
  2. Die wichtigsten KI-Suchsysteme
  3. Wie KI ihre Quellen auswählt
  4. Was KI-Suche anders macht
  5. Was das für Unternehmen bedeutet
  6. Sichtbar werden in der KI-Suche
  7. KI-Suche nach Branche
  8. Google KI-Suche aktivieren
  9. Google ohne KI nutzen
  10. 10-Minuten Sichtbarkeitstest
  11. Fazit
Dominik Kienzle
Dominik Kienzle

SEO & GEO Experte aus München · langjährige Erfahrung · 101+ Kunden

Das Wichtigste in Kürze

  • KI-Suche bedeutet: Maschinen beantworten deine Fragen direkt – statt 10 blaue Links bekommst du eine fertige Antwort. Google AI Mode, ChatGPT, Claude und Perplexity sind die vier wichtigsten Systeme.
  • 45 % der Konsumenten nutzen bereits KI für Empfehlungen – und nur 1,2 % der lokalen Unternehmen werden empfohlen.
  • Google-Suchen sind trotzdem auf einem Allzeithoch. KI-Suche ersetzt Google nicht – sie ergänzt es. Aber die Spielregeln verändern sich fundamental.
  • Wer in der KI-Suche sichtbar sein will, braucht mehr als SEO. Entitätsklarheit, strukturierte Daten, Bewertungen und Erwähnungen entscheiden über Empfehlungen.
  • Google AI Mode lässt sich in Deutschland bereits aktivieren – und verändert, wie Nutzer mit Suchergebnissen interagieren.

„KI-Suche“ ist 2026 einer der meistgesuchten Begriffe im deutschsprachigen Raum – und gleichzeitig einer der am wenigsten verstandenen. Die meisten Unternehmer wissen, dass ChatGPT existiert. Aber was genau KI-Suche für ihr Geschäft bedeutet, wie die verschiedenen Systeme funktionieren und was sie konkret tun können – das bleibt unklar.

Dieser Artikel ist der Überblick, den ich mir für meine eigenen Kunden gewünscht hätte: Alles an einem Ort. Welche KI-Suchsysteme es gibt, wie sie sich von Google unterscheiden, was sie für lokale Unternehmen bedeuten – und vor allem: wie du in ihnen sichtbar wirst.

Was ist KI-Suche?

KI-Suche bedeutet: Ein KI-System beantwortet deine Frage direkt – in ganzen Sätzen, mit Kontext, Begründung und konkreten Empfehlungen. Statt einer Liste von 10 blauen Links bekommst du eine fertige Antwort.

Wenn du Google fragst „Guter Steuerberater München“, zeigt dir Google 10 Websites und ein Local Pack. Du klickst dich durch und entscheidest selbst. Wenn du ChatGPT fragst „Empfiehl mir einen guten Steuerberater in München“, bekommst du zwei bis drei konkrete Namen mit Begründung: warum dieses Unternehmen, was es auszeichnet, wo es sitzt.

Der Unterschied ist fundamental: Google gibt dir Optionen. KI-Suche gibt dir eine Entscheidung. Das verändert alles – für Nutzer und für Unternehmen.

900 M
wöchentliche aktive ChatGPT-Nutzer – das größte KI-Suchsystem der Welt
DemandSage, 2026 →
ATH
Google-Suchen auf Allzeithoch – KI-Suche ergänzt Google, sie ersetzt es nicht
Google I/O, Mai 2026 →
1,2 %
der lokalen Unternehmen werden von ChatGPT empfohlen – 30× selektiver als Google
SOCi, 2026 →

Die wichtigsten KI-Suchsysteme im Überblick

KI-Suche ist kein einzelnes Produkt – es ist eine Kategorie mit fünf dominanten Systemen. Jedes funktioniert anders, nutzt andere Datenquellen und hat andere Stärken. Für Unternehmer ist das entscheidend: Wer nur für ein System optimiert, ist in den anderen unsichtbar.

SystemBetreiberDatenquelleStärkeReichweite
Google AI ModeGoogleGoogle-Index, Knowledge GraphDirekt in die Google-Suche integriertMilliarden Nutzer
ChatGPTOpenAIBing-Index, TrainingsdatenNatürlichsprachige Empfehlungen900 Mio. wöchentlich
Microsoft CopilotMicrosoftBing-Index, Bing PlacesIn Windows, Edge und Office integriert100 Mio.+ täglich
ClaudeAnthropicWeb-Suche, TrainingsdatenPräzise, faktenorientiertSchnell wachsend
PerplexityPerplexity AIMehrere Indizes, eigener CrawlerInline-Quellenangaben~100 Mio. monatlich

Google AI Mode – der Elefant im Raum

Google AI Mode ist die KI-Suche mit der größten Reichweite – weil sie direkt in der Google-Suche integriert ist. Nutzer müssen kein neues Tool öffnen. Sie stellen ihre Suchanfrage wie gewohnt, und Google liefert zusätzlich zu den klassischen Ergebnissen eine KI-generierte Zusammenfassung. Seit der Google I/O 2026 ist AI Mode auch in Deutschland aktiv und das größte Redesign der Google-Suche seit 25 Jahren.

Was ich in meiner Beratungspraxis sehe: Viele Unternehmer wissen nicht einmal, dass AI Mode existiert. Sie bemerken nicht, dass ihre Kunden bei Google eine KI-Zusammenfassung sehen – und möglicherweise gar nicht mehr auf ihre Website klicken. In meiner Studie zu 100 Münchner Unternehmen hatte keines seine Inhalte explizit für AI Overviews optimiert.

ChatGPT – die KI-Suchmaschine, die keine sein will

ChatGPT ist offiziell kein Suchmaschinen-Ersatz – aber immer mehr Menschen nutzen es genau so. „Empfiehl mir einen Steuerberater in München“, „Welcher Handwerker ist gut für Badsanierung?“, „Was kostet eine Website für einen Freiberufler?“ – das sind Suchanfragen, die früher bei Google gelandet wären. Heute landen sie bei ChatGPT.

Der entscheidende technische Punkt: ChatGPT nutzt den Bing-Index für seine Web-Suche, nicht Google. Das bedeutet: Wer kein Bing-Places-Profil hat, fehlt ChatGPT eine seiner wichtigsten Datenquellen für lokale Empfehlungen. In meiner Studie hatte kein einziges Handwerksunternehmen ein optimiertes Bing-Profil.

Microsoft Copilot – die KI in Windows und Office

Copilot wird leicht übersehen – zu Unrecht. Mit über 100 Millionen täglichen aktiven Nutzern ist Copilot bereits größer als Perplexity. Der Grund: Copilot ist in Windows 11, Microsoft Edge und Office 365 integriert. Millionen von Angestellten nutzen es täglich, ohne bewusst eine „KI-Suchmaschine“ zu öffnen – sie stellen Copilot einfach eine Frage im Browser oder im Betriebssystem.

Für lokale Unternehmen ist der entscheidende Punkt: Copilot nutzt exakt dieselben Bing-Places-Daten wie ChatGPT. Wer sein Bing-Places-Profil einrichtet, wird also nicht nur für ChatGPT sichtbar, sondern gleichzeitig für alle Copilot-Nutzer. Ein Profil, zwei KI-Kanäle.

Claude – die präzise Alternative

Claude von Anthropic wächst schnell und wird zunehmend für geschäftliche Recherchen genutzt. Was Claude von ChatGPT unterscheidet: präzisere Antworten, weniger Halluzinationen, stärkerer Fokus auf Fakten. In meiner eigenen Arbeit nutze ich Claude täglich für technische SEO-Aufgaben und Analysen – und genau deshalb werde ich von Claude auch als Quelle erkannt. Für Unternehmen bedeutet das: Claude erkennt Autorität besonders gut anhand von strukturierten Daten und konsistenten Informationen.

Perplexity – die Suchmaschine mit Quellenangaben

Perplexity unterscheidet sich von den anderen Systemen durch Inline-Quellenangaben: Jede Aussage wird mit einem nummerierten Link belegt. Das macht Perplexity zur transparentesten KI-Suchmaschine – und für Unternehmen gleichzeitig zur wertvollsten, weil der Nutzer die Quelle sieht und potenziell anklickt. Perplexity nutzt einen eigenen Crawler und greift auf mehrere Indizes zu – nicht nur Bing oder Google.

Welches System ist für mein Unternehmen am wichtigsten?

Google AI Mode hat die größte Reichweite und sollte Priorität haben. Aber: ChatGPT wächst am schnellsten bei lokalen Empfehlungen. Wer lokale Dienstleistungen anbietet, sollte beide Kanäle abdecken. Die Disziplin, die beides verbindet, heißt Generative Engine Optimization (GEO).

Wie KI-Suchsysteme ihre Quellen auswählen

Das ist die Frage, die ich in meiner Beratung am häufigsten höre: „Warum empfiehlt ChatGPT meinen Wettbewerber und nicht mich?“ Die Antwort liegt in der Art, wie KI-Systeme Quellen bewerten und auswählen.

KI-Suchsysteme sind keine Suchmaschinen im klassischen Sinn. Sie durchsuchen nicht einfach das Web und sortieren Ergebnisse nach Relevanz. Sie lesen Quellen, extrahieren Fakten, bewerten Vertrauenswürdigkeit – und formulieren dann eine Antwort in eigenen Worten. Dabei fließen mehrere Signale ein:

SignalWas es bedeutetWarum es zählt
EntitätsklarheitIst das Unternehmen als eindeutige Entität erkennbar?KI muss sicher sein, dass die Empfehlung eine reale, aktive Organisation betrifft
DatenkonsistenzStimmen Name, Adresse, Telefon überall überein?Widersprüchliche Daten senken das Vertrauen in die Entität
Bewertungs-SentimentWas steht im Text der Bewertungen?80 %+ positives Sentiment = 3–5× höhere Empfehlungswahrscheinlichkeit
ErwähnungsdichteWie oft wird das Unternehmen auf Drittseiten erwähnt?Häufigkeit in unabhängigen Quellen bestätigt Relevanz – auch ohne Link
Strukturierte DatenHat die Website Schema-Markup?Maschinenlesbare Daten sind die zuverlässigste Faktenquelle für KI
Content-AutoritätZeigt der Inhalt echte Expertise?Faktenreiche, autorenspezifische Inhalte werden öfter zitiert als generische Texte
Plattform-PräsenzExistiert das Unternehmen auf Google, Bing, Wikidata, LinkedIn?Je mehr Quellen die Entität bestätigen, desto sicherer die Empfehlung

Der entscheidende Unterschied zu Google: Bei Google kannst du mit einem einzelnen starken Signal – etwa einem guten Backlink – viel bewegen. Bei KI-Systemen zählt die Summe aller Signale. Ein Unternehmen mit mittlerer Domain-Autorität, aber konsistenten Daten, starken Bewertungen und regelmäßigen Fachmedien-Erwähnungen wird häufiger empfohlen als ein Unternehmen mit hoher Domain-Autorität, aber inkonsistenten Daten und dünnem Content.

Laut einer Analyse von Seer Interactive stammen 76 % der KI-Zitierungen in AI Overviews von Seiten, die bei Google bereits in den Top 10 ranken. Aber: 45 % der Unternehmen, die bei Google gut performen, werden von ChatGPT trotzdem nicht empfohlen (SOCi, 2026). Was fehlt, sind die zusätzlichen Entitäts-Signale.

Die drei häufigsten Gründe für KI-Unsichtbarkeit

In meiner Praxis sehe ich immer wieder dieselben drei Lücken: Erstens, kein Bing-Places-Profil – damit fehlt ChatGPT und Copilot die Datengrundlage. Zweitens, widersprüchliche NAP-Daten auf verschiedenen Plattformen – alte Telefonnummern auf LinkedIn, abweichende Adressen im Branchenverzeichnis. Drittens, Bewertungen ohne inhaltliche Tiefe – nur Sterne, kein Text, keine konkreten Leistungsbeschreibungen. Alle drei sind in wenigen Stunden behebbar.

Was KI-Suche anders macht als Google

Drei fundamentale Unterschiede, die alles verändern:

1. Antworten statt Links

Google zeigt Optionen. KI-Suche trifft eine Vorauswahl. Wenn ChatGPT drei Steuerberater empfiehlt, gibt es kein „weiter zu Seite 2“. Es gibt keine 10 blauen Links. Es gibt zwei bis drei Namen – und alle anderen existieren in diesem Kontext nicht. Das ändert den Wettbewerb grundlegend: SEO bleibt die Basis, aber es ist nicht mehr die einzige Disziplin.

2. Entitäten statt Keywords

Google bewertet Seiten nach Keywords, Backlinks und Nutzersignalen. KI-Systeme bewerten Entitäten – also klar identifizierbare Personen oder Organisationen. Eine Entität ist: konsistenter Name über alle Plattformen, nachweisbare Expertise, Erwähnungen in Fachmedien, strukturierte Daten. Wie KI-Systeme ihre Quellen auswählen, basiert auf Entitäts-Autorität – nicht auf einzelnen Keywords.

3. Vertrauen statt Traffic

Im klassischen SEO gewinnt, wer den meisten Traffic bekommt. In der KI-Suche gewinnt, wer als vertrauenswürdig erkannt wird. KI-Systeme prüfen Bewertungen (Sentiment, nicht nur Sterne), Datenkonsistenz, Quellenvielfalt und inhaltliche Tiefe. Ein Unternehmen mit 20 ausführlichen Bewertungen und konsistenten Daten wird empfohlen – eines mit 200 oberflächlichen Bewertungen und widersprüchlichen Adressen wird übergangen. Warum Bewertungen 2026 auch über KI-Sichtbarkeit entscheiden, habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschlüsselt.

KI-Suche ersetzt Google nicht. Sie ergänzt es – mit höheren Anforderungen und härterer Selektion. Wer bei Google sichtbar ist, hat einen Vorsprung. Wer zusätzlich die KI-Signale bedient, hat einen unfairen Vorteil.

Was KI-Suche für Unternehmen bedeutet

In meiner Analyse von 100 Münchner Unternehmen war das Ergebnis eindeutig: 38 % hatten eine Domain-Autorität unter 5. Kein einziges hatte alle sieben KI-Sichtbarkeitssignale implementiert. Kein Bing-Places-Profil. Keine llms.txt. Kein Wikidata-Eintrag. Die meisten dieser Unternehmen leisten exzellente Arbeit – aber für KI-Systeme sind sie unsichtbar.

Gleichzeitig nutzen laut BrightLocal bereits 45 % der Konsumenten KI-Systeme für lokale Empfehlungen. Der Sprung von 6 % auf 45 % innerhalb eines Jahres zeigt: Das ist kein Trend – das ist ein Strukturwandel.

Was ich bei verschiedenen Branchen sehe

Die Auswirkungen der KI-Suche sind branchenabhängig, aber das Grundmuster ist überall dasselbe: Wer digital nicht als Entität erkennbar ist, verliert Anfragen an Wettbewerber, die es sind.

Handwerker und lokale Dienstleister: Am stärksten betroffen. Wenn ein Nutzer ChatGPT fragt „Finde mir einen Elektriker in München Schwabing“, werden zwei bis drei Namen genannt – alle anderen existieren nicht. In meiner Studie hatten Handwerksbetriebe den niedrigsten Median bei der Domain-Autorität aller untersuchten Branchen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach lokalen Handwerksleistungen einer der stabilsten Suchbereiche überhaupt – sowohl bei Google als auch in der KI-Suche.

Berater, Coaches und Freiberufler: Vertrauensberufe, bei denen die KI-Empfehlung besonders schwer wiegt. Wenn Perplexity einen Business-Coach empfiehlt, ist das eine implizite Vertrauensaussage. Das Coaching-Geschäft basiert auf persönlicher Empfehlung – und die KI-Empfehlung wird zur digitalen Version davon.

Steuerberater, Anwälte, Ärzte: Regulierte Branchen mit hohem Recherche-Aufwand für Kunden. Patienten fragen zunehmend „Welcher Zahnarzt in München ist gut für Angstpatienten?“ bei ChatGPT statt bei Google. Die KI-Antwort berücksichtigt dabei den Text der Google-Bewertungen, nicht nur die Sternezahl.

IT-Dienstleister und B2B-Unternehmen: Weniger betroffen bei lokalen Anfragen, aber stark betroffen bei Expertise-Fragen. Wenn ein CTO fragt „Welches Unternehmen kann mir bei der Cloud-Migration helfen?“, bewertet die KI nicht nur die Website, sondern auch Gastbeiträge, Fallstudien und Erwähnungen in Fachmedien.

Bin ich betroffen, auch wenn meine Kunden älter sind?

Ja – und zwar schneller als erwartet. Die Altersgruppe 45–65 ist die am schnellsten wachsende ChatGPT-Nutzergruppe in Deutschland. Der Einstieg erfolgt oft über Microsoft Copilot, das in Office 365 integriert ist und Bing-Daten nutzt. Wer denkt „Meine Kunden nutzen das nicht“, unterschätzt, wie schnell sich das ändert.

Sichtbar werden in der KI-Suche: Die Strategie

KI-Sichtbarkeit ist kein einzelner Trick – es ist ein System aus aufeinander aufbauenden Maßnahmen. In meiner Beratungspraxis hat sich die folgende Reihenfolge bewährt:

Schritt 1: Google-Basis sichern

76 % der KI-Zitierungen in AI Overviews stammen von Seiten, die bei Google in den Top 10 ranken. SEO ist das Fundament für KI-Sichtbarkeit – nicht trotz KI, sondern wegen KI. Das bedeutet konkret: Google Business Profil optimieren, fünf Leistungsseiten erstellen, technische Basis sicherstellen, Bewertungsstrategie aufbauen.

Schritt 2: KI-spezifische Signale implementieren

Die 7 Signale, die KI-Systeme für Empfehlungen nutzen, überlappen sich zu 70 % mit klassischem SEO. Die zusätzlichen 30 % machen den Unterschied:

MaßnahmeAufwandWirkung auf GoogleWirkung auf KI-Suche
Bing Places einrichten10 MinutenMinimal (Bing hat wenig Marktanteil)Hoch – ChatGPT und Copilot nutzen Bing für lokale Daten
Schema-Markup (3+ Typen)2–4 StundenRich Snippets, besseres CrawlingHoch – KI liest Schema als primäre Faktenquelle
Datenkonsistenz prüfen (NAP)1–2 StundenLocal-SEO-Ranking-FaktorHoch – Inkonsistenzen verhindern Entitäts-Zuordnung
llms.txt erstellen30 MinutenKeine direkte WirkungMittel – KI-Crawler lesen sie als Orientierungshilfe
Wikidata-Eintrag1–2 StundenEntity-Erkennung im Knowledge GraphHoch – bestätigt Existenz maschinenlesbar
Gastbeiträge und FachpublikationenLaufendBacklinks, E-E-A-THoch – Erwähnungsdichte erhöht Entitäts-Autorität

Schritt 3: Entität systematisch aufbauen

Eine Entität ist nicht etwas, das du einmal einrichtest – sie wächst mit jeder konsistenten Erwähnung, jedem Gastbeitrag, jeder strukturierten Datenquelle. In meiner eigenen Positionierung sehe ich den Effekt: Je mehr Fachartikel ich veröffentliche, je mehr Portale mich zitieren, desto zuverlässiger werde ich in KI-Antworten als Quelle genannt. Das ist kein Zufall – das ist der systematische Aufbau einer digitalen Entität.

Drei Maßnahmen, die sich in meiner Beratung bewährt haben: Erstens, eine vollständige About-Seite mit Biografie, Qualifikationen, Foto und sameAs-Links im Schema-Markup. Zweitens, regelmäßige Gastbeiträge in Fachmedien – nicht für den Link, sondern für die Erwähnung. Drittens, Fachcontent, der so geschrieben ist, dass KI-Systeme ihn als eigenständige Quelle erkennen: eigene Absatzstruktur, konkrete Zahlen, nachweisbare Erfahrung.

Schritt 4: Messen und optimieren

Was du nicht misst, kannst du nicht verbessern. Die systematische Messung deiner KI-Sichtbarkeit mit standardisierten Prompts zeigt dir, wo du stehst, wie die Konkurrenz abschneidet und ob deine Maßnahmen wirken. In meiner Praxis empfehle ich einen monatlichen Check mit 20–30 Prompts über alle vier KI-Systeme hinweg – dokumentiert in einer Tabelle, damit du Entwicklungen über Monate hinweg verfolgen kannst.

Wie lange dauert es, bis ich in der KI-Suche sichtbar werde?

Die schnellsten Maßnahmen – Bing Places, Datenkonsistenz, Schema-Markup – wirken innerhalb von Wochen. Content-basierte Sichtbarkeit braucht 3–6 Monate, genau wie bei Google. Der Vorteil: Da 98,8 % der Unternehmen noch gar nichts tun, reichen oft wenige gezielte Maßnahmen, um die Konkurrenz zu überholen. In meiner Beratung sehe ich erste KI-Nennungen typischerweise nach 2–4 Monaten.

Der 10-Minuten-Schnelltest

Bevor du investierst, prüfe deinen Status quo. Öffne ChatGPT, Claude und Perplexity und stelle jeweils drei Fragen: „Empfiehl mir einen [deine Branche] in [deine Stadt]“, „Wer ist der beste [deine Leistung] in [deine Region]?“ und „[Dein Firmenname] – was weißt du darüber?“ Wenn du in keiner Antwort auftauchst, weißt du, dass du handeln musst. Wenn dein Wettbewerber auftaucht und du nicht, weißt du, dass es dringend ist.

KI-Suche nach Branche: Wer ist betroffen?

Nicht jede Branche ist gleich stark betroffen. In meiner Arbeit sehe ich klare Muster:

BrancheBetroffenheitWarum
Handwerk (Elektriker, Klempner, Maler)Sehr hochLokale Anfragen („Finde einen Elektriker in meiner Nähe“) wandern am schnellsten zu KI – und die Branche hat die geringste digitale Präsenz
Steuerberater, AnwälteHochVertrauensbranche mit hohem Suchvolumen. KI-Empfehlung = implizite Vertrauensaussage
Coaches, BeraterHochKlienten recherchieren zunehmend über KI. Die meisten Coaches haben keine Entitäts-Signale
Gastro, EinzelhandelMittelGoogle Maps bleibt dominant für spontane lokale Suchen. Aber: ChatGPT wird für Empfehlungen genutzt („Bestes Restaurant für Geschäftsessen in Schwabing“)
E-Commerce, SaaSMittelProduktvergleiche wandern zu KI, aber klassisches SEO bleibt der Hauptkanal für Transaktionen
Industrie, FertigungNiedrig (noch)B2B-Beschaffung läuft über persönliche Netzwerke – aber das ändert sich, wenn Einkäufer KI für Lieferantenrecherche nutzen

In meiner Studie zu 100 Münchner Unternehmen war der Zusammenhang klar: Die sichtbarsten Unternehmen (Domain Rating über 25) kamen aus IT, Beratung und Recht. Die unsichtbarsten (DR unter 5) kamen aus Handwerk, Bau und Gesundheitsdienstleistungen – genau die Branchen, die am meisten von lokalen KI-Empfehlungen profitieren würden. Das Paradox: Wer die KI-Suche am dringendsten braucht, ist dort am wenigsten präsent.

Google KI-Suche aktivieren: Schritt für Schritt

„Google KI-Suche aktivieren“ ist eine der meistgesuchten Anfragen zum Thema. Seit der Google I/O 2026 ist AI Mode in Deutschland verfügbar – aber nicht für jeden sofort sichtbar. Hier die Anleitung:

So aktivierst du Google AI Mode

Am Desktop: Öffne google.de in Chrome. Klicke auf das Labs-Symbol (Kolben-Icon, oben rechts neben deinem Profilbild). Suche „AI Mode“ in den verfügbaren Experimenten und aktiviere es. Ab sofort erscheint bei vielen Suchanfragen eine KI-generierte Zusammenfassung über den klassischen Ergebnissen.

Am Smartphone: Öffne die Google-App (iOS oder Android). Tippe auf dein Profilbild → Einstellungen → Labs. Aktiviere „AI Mode“. Alternativ: Suche direkt nach einem Thema und tippe auf „KI-Übersicht anzeigen“, wenn der Button unter dem Suchfeld erscheint.

Wichtig: AI Mode erscheint nicht bei allen Suchanfragen. Google entscheidet algorithmisch, wann eine KI-Zusammenfassung hilfreich ist. Bei navigationsorientierten Suchen („Deutsche Bank Login“) und bei sensiblen Themen (Gesundheit, Finanzen) zeigt Google häufig keine AI Overviews. Bei informativen und lokalen Anfragen („Badsanierung Kosten München“, „Wie funktioniert eine Wärmepumpe?“) erscheinen sie in rund 48 % der Fälle.

Was muss ich als Unternehmer über Google AI Mode wissen?

Zwei Dinge: Erstens, AI Overviews reduzieren die Klickrate auf klassische Ergebnisse um 58 % – aber Unternehmen, die als Quelle zitiert werden, gewinnen 35 % mehr Klicks. Zweitens, 76 % der Zitierungen kommen von Seiten, die bereits bei Google in den Top 10 ranken. Das heißt: Gutes SEO ist die beste Vorbereitung auf AI Mode. Die ausführliche Strategie zur Optimierung für AI Overviews findest du in meinem dedizierten Leitfaden.

Google ohne KI nutzen – geht das noch?

Ja. Google AI Mode ist optional. Wer die KI-Zusammenfassungen nicht sehen will, kann sie in den Search-Labs-Einstellungen deaktivieren. Außerdem erscheinen AI Overviews nicht bei allen Suchanfragen – besonders bei navigationsorientierten Suchen (Markenname + Stadt) zeigt Google weiterhin klassische Ergebnisse.

Für Unternehmer ist die Frage „Google ohne KI“ aber die falsche Frage. Nicht du entscheidest, ob deine Kunden AI Mode nutzen – deine Kunden entscheiden das. Und 45 % von ihnen tun es bereits. Die strategisch richtige Frage ist: Wie stelle ich sicher, dass mein Unternehmen sichtbar ist – egal ob der Kunde die klassische Suche oder die KI-Suche nutzt?

Der 10-Minuten KI-Sichtbarkeitstest

Bevor du irgendetwas optimierst, musst du wissen, wo du stehst. Dieser Test dauert 10 Minuten und zeigt dir sofort, ob dein Unternehmen in der KI-Suche existiert.

3 Prompts, 3 Systeme, 10 Minuten

Öffne ChatGPT, Claude und Perplexity. Gib in jedem System die folgenden drei Prompts ein – ersetze [Branche] und [Stadt] durch deine eigenen Daten:

Prompt 1 – Direkte Empfehlung: „Empfiehl mir einen guten [Branche] in [Stadt].“ Wirst du genannt? An welcher Position? Mit welcher Begründung?

Prompt 2 – Vergleich: „Wer ist der beste [Branche] in [Stadt]? Vergleiche drei Anbieter.“ Taucht dein Name in der Vergleichsliste auf? Wie wirst du beschrieben?

Prompt 3 – Entity-Check: „[Dein Firmenname] – was weißt du darüber?“ Kennt die KI dein Unternehmen überhaupt? Sind die Informationen korrekt? Oder kommt „Dazu habe ich keine verlässlichen Informationen“?

Wie interpretiere ich die Ergebnisse?

In allen drei Systemen genannt: Du bist gut aufgestellt. Optimiere die Details – Beschreibung, Begründung, Position. In einem oder zwei Systemen genannt: Deine Entitäts-Signale sind lückenhaft. Prüfe Bing Places (für ChatGPT und Copilot), Schema-Markup und Datenkonsistenz. In keinem System genannt: Du hast ein grundlegendes Sichtbarkeitsproblem. Starte mit den Sofort-Maßnahmen aus dem Abschnitt oben. Die vollständige Methodik mit 30 standardisierten Prompts zeigt dir, wie du das systematisch erhebst und über Zeit trackst.

In meiner Beratungspraxis starte ich jedes Erstgespräch mit genau diesem Test. Der Moment, in dem ein Geschäftsführer sieht, dass sein Wettbewerber von ChatGPT empfohlen wird und er selbst nicht – das ist der Moment, in dem das Thema KI-Sichtbarkeit von „irgendwann mal“ zu „sofort“ wird.

Fazit

KI-Suche ist 2026 kein Zukunftsthema mehr – sie ist Gegenwart. 900 Millionen Menschen nutzen ChatGPT wöchentlich. Google hat AI Mode in Deutschland aktiviert. Claude und Perplexity wachsen rasant. Die Frage ist nicht mehr, ob KI-Suche relevant wird, sondern ob dein Unternehmen darin sichtbar ist.

Die Strategie ist klar: SEO-Grundlagen verstehen und umsetzen. Dann die KI-spezifischen Signale bedienen: Schema-Markup, Bing Places, Datenkonsistenz, Bewertungen, Fachcontent, Entitätsklarheit. Und schließlich: messen, optimieren, dranbleiben.

98,8 % der lokalen Unternehmen haben das noch nicht gemacht. Das ist kein Nachteil – das ist dein Vorsprung.

Du willst wissen, ob dein Unternehmen in der KI-Suche sichtbar ist?

Ich prüfe deine Sichtbarkeit in ChatGPT, Claude und Google AI Mode – kostenlos und ehrlich.

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Über diesen Artikel

Erstmals veröffentlicht: Juni 2026 · Zuletzt aktualisiert: Juni 2026. Fragen? dominik@dominikkienzle.de