ChatGPT Ads Erfahrungen: Für wen sich Werbung in ChatGPT lohnt

Dominik Kienzle
Dominik Kienzle
SEO & GEO Experte aus München · langjährige Erfahrung · 101+ Kunden
Veröffentlicht: 29. Oktober 2026
Erstellt mit KI-Unterstützung. Inhalte, Zahlen und Einschätzungen habe ich geprüft und verantworte sie.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ChatGPT Ads sind
  2. So habe ich getestet
  3. Die Ergebnisse
  4. Warum B2C funktioniert und B2B nicht
  5. Für wen sich ChatGPT Ads lohnen
  6. So testest du ChatGPT Ads richtig
  7. Grenzen dieser Auswertung
  8. Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze
  • →Drei Werbekonten, 924,21 € Budget. Ich habe ChatGPT Ads im September und Oktober 2026 für ein B2C-Unternehmen und zwei B2B-Dienstleister getestet, einer davon bin ich selbst.
  • →B2C: 13 Conversions. Recanbo, eine Plattform zum Verkauf gebrauchter Handys, kam auf 5,18 % Klickrate, 0,05 € pro Klick und 15,18 € pro Conversion.
  • →B2B: null Conversions. Beide B2B-Konten zusammen haben 726,81 € ausgegeben, 217 Klicks bekommen und keine einzige Anfrage.
  • →Der wichtigste Grund: Werbung sehen nur Nutzer mit Free- oder Go-Tarif. Wer ChatGPT beruflich mit Plus, Business oder Enterprise nutzt, sieht keine Anzeige.
  • →Mein Fazit: ChatGPT Ads lohnen sich heute für Angebote an Privatkunden mit klarem, einfachem Bedarf. Für B2B würde ich das Budget derzeit in SEO, GEO oder Google Ads stecken.

Seit dem 24. August 2026 läuft Werbung in ChatGPT auch in Deutschland. Seitdem höre ich in fast jedem Beratungsgespräch dieselbe Frage: „Lohnt sich das für uns?“ Statt zu raten, habe ich es ausprobiert. Mit meinem eigenen Werbekonto, mit dem Konto eines B2B-Kunden und mit Recanbo, einem Projekt, an dem ich selbst beteiligt bin.

Das Ergebnis ist eindeutiger, als ich erwartet hatte. Hier sind alle Zahlen, die Screenshots aus dem Ads Manager und meine Einschätzung, für wen sich der Kanal lohnt und für wen nicht.

Was ChatGPT Ads sind und wer sie sieht

ChatGPT Ads sind Anzeigen, die unter einer Antwort von ChatGPT erscheinen und als gesponsert gekennzeichnet sind. Laut OpenAI beeinflussen sie die Antwort selbst nicht. Gebucht werden sie seit dem 31. August 2026 auch per Self-Service im OpenAI Ads Manager.

Für die Einordnung meiner Ergebnisse sind vier Punkte entscheidend:

  • Nur Free- und Go-Nutzer sehen Werbung. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sind werbefrei. Konten, die OpenAI als minderjährig einstuft, ebenfalls.
  • Es gibt keine Keywords. Statt Suchbegriffen gibst du thematische Kontext-Hinweise an. ChatGPT entscheidet anhand des Gesprächs, ob deine Anzeige passt.
  • Das Targeting in Europa ist grob. Ländersteuerung ja, Regionen, Postleitzahlen, Retargeting und eigene Zielgruppen nein.
  • Manche Branchen sind ausgeschlossen. Außerhalb der USA zum Beispiel Gesundheit und Finanzdienstleistungen.

Mehr zu Ablauf, Formaten und Einstieg steht auf meiner Seite zu ChatGPT Ads.

So habe ich getestet

Ich habe drei Werbekonten im OpenAI Ads Manager ausgewertet. Alle Kampagnen liefen in Deutschland und wurden direkt im Self-Service-Ads-Manager gebucht. Als Conversion zählte in allen drei Konten ein abgeschicktes Formular auf der Website.

KontoAngebotZeitraum der Auswertung
RecanboB2C · Ankauf von Handys30.09. bis 29.10.2026
B2B-DienstleisterB2B · Mittelstand, anonymisiert30.09. bis 29.10.2026
Dominik KienzleB2B · SEO und GEO, eigenes Konto01.09. bis 30.09.2026

Der B2B-Dienstleister ist ein Kunde von mir und hier anonymisiert. Recanbo ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem ich beteiligt bin. Die Zahlen stammen unverändert aus der Übersicht des OpenAI Ads Managers.

Die Ergebnisse

KontoAusgabenImpressionenKlicksKlickratePro KlickConver­sions
Recanbo
B2C · Ankauf von Handys
197,40 €73.4413.8065,18 %0,05 €13
B2B-Dienstleister
B2B · Mittelstand, anonymisiert
492,16 €25.904790,30 %6,23 €0
Dominik Kienzle
B2B · SEO und GEO, eigenes Konto
234,65 €15.2341380,91 %1,70 €0

Quelle: OpenAI Ads Manager, eigene Konten. Klickrate berechnet aus Klicks geteilt durch Impressionen.

13
Conversions im B2C,
bei 15,18 € pro Conversion
0
Conversions im B2B,
bei 726,81 € Budget
17×
höhere Klickrate im B2C
als beim B2B-Kunden
Klickrate je Konto
Recanbo5,18 %
B2B-Dienstleister0,30 %
Dominik Kienzle0,91 %

Anteil der Impressionen, die zu einem Klick geführt haben.

Kosten pro Klick je Konto
Recanbo0,05 €
B2B-Dienstleister6,23 €
Dominik Kienzle1,70 €

Durchschnittlicher Preis pro Klick laut Ads Manager.

Drei Dinge fallen auf:

  • Die Klickrate liegt um Welten auseinander. Recanbo kam auf 5,18 %, mein eigenes Konto auf 0,91 % und der B2B-Kunde auf 0,30 %. Zum Vergleich: Für die USA werden Klickraten zwischen 0,3 und 1,5 % berichtet. Die beiden B2B-Konten liegen also im üblichen Rahmen, Recanbo weit darüber.
  • Die Klickpreise sind extrem unterschiedlich. Bei Recanbo kostete ein Klick 0,05 €, beim B2B-Kunden 6,23 €. Das ist mehr als das Hundertfache. Wenn kaum jemand klickt, wird jeder einzelne Klick teuer.
  • Klicks sind nicht gleich Anfragen. Auch mit 217 Klicks in den beiden B2B-Konten kam keine Anfrage. Bei Recanbo wurde etwa jeder 290. Klick zur Conversion.

Die Screenshots aus dem Ads Manager

Beim B2B-Dienstleister ist der Kontoname unkenntlich gemacht.

Warum B2C funktioniert und B2B nicht

Drei Tests sind keine repräsentative Studie. Die Gründe für das Muster sind aus meiner Sicht aber ziemlich klar.

1. Die Entscheider sehen die Werbung gar nicht

Werbung bekommen nur Nutzer im kostenlosen Tarif oder im günstigen Go-Tarif. Wer ChatGPT jeden Tag im Job nutzt, hat sehr oft einen bezahlten Zugang: Plus privat, Business oder Enterprise über die Firma. Genau diese Menschen entscheiden im B2B über Dienstleister. Sie sind für ChatGPT Ads unsichtbar.

Zur Größenordnung: Bei rund 900 Millionen wöchentlichen Nutzern melden Berichte über 50 Millionen Plus-Abos und über 5 Millionen Nutzer in Business, Enterprise und Edu. Die große Masse sieht also Werbung. Das ist eine Konsumenten-Reichweite, keine Entscheider-Reichweite. Wie hoch der Anteil zahlender Nutzer unter Geschäftsführern genau ist, misst niemand. Meine Annahme, dass er deutlich höher liegt, ist eine Einschätzung, keine gemessene Zahl.

2. Privatkunden haben einen einfachen, sofortigen Bedarf

„Wo kann ich mein altes iPhone verkaufen?“ ist eine Frage, die viele Menschen ChatGPT stellen und nach der sie sofort handeln. Das Angebot ist einfach zu verstehen, die Entscheidung dauert Minuten. Eine Anzeige an dieser Stelle trifft genau den Moment.

Ein B2B-Auftrag wie eine SEO-Betreuung oder eine Fabrikplanung läuft anders: mehrere Gespräche, mehrere Beteiligte, Wochen bis Monate Entscheidungszeit. Ein einzelner Klick unter einer ChatGPT-Antwort führt dort selten direkt zu einem Formular.

3. Das Targeting ist für B2B zu grob

Ohne Keywords, ohne Branchen- oder Jobtitel-Targeting und ohne Retargeting lässt sich ein B2B-Publikum kaum eingrenzen. Die Anzeige erscheint bei thematisch passenden Gesprächen, egal ob ein Geschäftsführer oder ein Student fragt. Für Massenprodukte ist das egal. Für eine kleine B2B-Zielgruppe ist es teurer Streuverlust.

Das deckt sich mit den ersten Daten aus den USA: Die Agentur Choice OMG berichtet für eine B2B-Kampagne von 0,65 % Klickrate, 7,16 $ pro Klick und keinen qualifizierten Leads. Ein E-Commerce-Anbieter kam laut Opascope dagegen auf 2,35 % Conversion-Rate.

Für wen sich ChatGPT Ads lohnen

Eher lohnenswert
  • Angebote für Privatkunden
  • Schnelle, einfache Kaufentscheidung
  • Bundesweite Angebote
  • Online kaufbar oder buchbar
  • Kleiner Kauf, oft wiederholt
Eher nicht lohnenswert
  • Leistungen für Unternehmen
  • Lange, erklärungsbedürftige Entscheidung
  • Lokale Anbieter mit kleinem Gebiet
  • Gesperrte Branchen, etwa Gesundheit
  • Kein sauberes Conversion-Tracking

Für B2B-Unternehmen heißt das nicht, dass ChatGPT unwichtig ist. Im Gegenteil: Gerade Entscheider mit bezahltem Zugang nutzen ChatGPT intensiv für Recherche. Nur erreichst du sie dort nicht über Anzeigen, sondern über die Antworten selbst. Genau das ist die Aufgabe von GEO: dafür zu sorgen, dass ChatGPT dein Unternehmen nennt, wenn jemand nach einem Anbieter fragt. Wie das funktioniert, zeige ich im Ratgeber So wird dein Unternehmen von ChatGPT empfohlen.

So testest du ChatGPT Ads richtig

Wenn dein Angebot in die Spalte „Eher lohnenswert“ passt, ist ein Test sinnvoll. So würde ich ihn aufsetzen:

  • Conversion-Tracking zuerst. Den OpenAI-Pixel oder die Conversions API einrichten und mit einem Testformular prüfen, bevor auch nur ein Euro fließt. Ohne Tracking ist jede Auswertung wertlos.
  • Kleines Budget, feste Laufzeit. Das Mindestbudget liegt bei 15 € pro Tag und Kampagne. Zwei bis vier Wochen mit 200 bis 500 € reichen für eine erste Einschätzung.
  • Kontext-Hinweise eng wählen. Formuliere die Situationen, in denen dein Angebot die Antwort ist, nicht allgemeine Themen.
  • Eine eigene Landingpage. Die Anzeige verspricht etwas Konkretes, die Seite muss genau das einlösen und ein kurzes Formular haben.
  • Vorher festlegen, was Erfolg ist. Zum Beispiel: Kosten pro Anfrage unter dem Wert, den Google Ads heute liefert. Sonst redet man sich jedes Ergebnis schön.

Grenzen dieser Auswertung

Ich will die Ergebnisse nicht größer machen, als sie sind:

  • Drei Konten sind eine Stichprobe. Sie zeigen ein Muster, beweisen aber nichts für jede Branche.
  • Zeiträume und Budgets unterscheiden sich. Mein eigenes Konto lief im September, die anderen beiden im Oktober.
  • Die Angebote unterscheiden sich stark. Ein Handyverkauf ist eine kleinere Entscheidung als eine B2B-Dienstleistung. Ein Teil des Unterschieds liegt am Angebot, nicht nur am Kanal.
  • Der Kanal ist neu. OpenAI ändert Formate, Targeting und Gebotslogik laufend. Was heute gilt, kann in drei Monaten anders aussehen.

Ich aktualisiere diese Auswertung, sobald weitere Tests laufen.

Häufige Fragen zu ChatGPT Ads

Lohnen sich ChatGPT Ads für B2B-Unternehmen?

In meinen Tests nicht. Zwei B2B-Konten haben zusammen 726,81 € ausgegeben und keine einzige Anfrage bekommen. Der wichtigste Grund: Werbung sehen nur Nutzer im kostenlosen Free- oder im Go-Tarif, während viele Entscheider ChatGPT mit Plus, Business oder Enterprise nutzen und dort keine Anzeigen sehen.

Wer sieht Werbung in ChatGPT?

Nur eingeloggte Nutzer mit dem kostenlosen Free-Tarif oder dem Go-Tarif. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sind werbefrei. Nutzer, die OpenAI als minderjährig einstuft, sehen ebenfalls keine Werbung.

Was kostet ein Klick bei ChatGPT Ads?

In meinen Tests zwischen 0,05 € und 6,23 €. Der Preis hing stark davon ab, wie oft die Anzeige geklickt wurde: Bei hoher Klickrate im B2C waren Klicks sehr günstig, bei niedriger Klickrate im B2B sehr teuer. Das Mindestbudget im Self-Service liegt bei 15 € pro Tag und Kampagne.

Für wen lohnen sich ChatGPT Ads?

Vor allem für Angebote an Privatkunden mit klarem, einfachem Bedarf, die bundesweit online gekauft, gebucht oder angefragt werden. In meinem Test kam ein B2C-Angebot auf 13 Conversions bei 15,18 € pro Conversion.

Was ist für B2B besser als ChatGPT Ads?

Wer Entscheider in ChatGPT erreichen will, sollte dafür sorgen, in den Antworten selbst genannt zu werden. Das ist Generative Engine Optimization, kurz GEO. Für planbare Anfragen über bezahlte Anzeigen ist Google Ads im B2B derzeit die verlässlichere Wahl.

Passt ChatGPT Ads zu deinem Angebot?

Ich sage dir ehrlich, ob sich ein Test lohnt oder ob dein Budget in GEO, SEO oder Google Ads besser aufgehoben ist. Mehr zur Betreuung findest du auf meiner Seite zu ChatGPT Ads.

Ausgangssituation prüfen lassen →
Über diese Auswertung
Erstmals veröffentlicht: 29. Oktober 2026. Daten: OpenAI Ads Manager, drei Werbekonten, September und Oktober 2026. Marktdaten: SichtbarerWerden, Stand Oktober 2026, Mixed, September 2026, Search Engine Land. Fragen? dominik@dominikkienzle.de